Gesundheit
Parkinson-Warnzeichen ernst nehmen
In Deutschland leiden schätzungsweise eine Viertelmillion Menschen an der
Parkinsonkrankheit, auch Schüttellähmung genannt. Mit dem Alter steigt das
Risiko. Je früher eine ärztliche Behandlung beginnt, desto größer sind die
Chancen, trotz Krankheit ein relativ normales Leben zu führen.
Zu den ersten Symptomen gehören Rückenschmerzen, Verspannungen und eine
verkleinerte Schrift. Viele Menschen haben in dieser Frühphase
Schwierigkeiten, Gerüche zu erkennen. Der Gang wird stolperig und unsicher,
Schwindel tritt auf. Morgens kommt man kaum in Gang und fühlt sich häufig
lustlos und antriebsschwach. Auch wer Probleme mit dem Zubinden der
Schnürsenkel oder dem Zuknöpfen eines Hemdes hat, sollte sich von einem Arzt
untersuchen lassen.
Die Ursache für die Parkinson-Erkrankung ist der Mangel des natürlichen
Botenstoffes Dopamin im Gehirn. Dopamin überträgt Signale zwischen den
Nervenzellen, die die Bewegungen steuern, wenn es fehlt, geraten die
Bewegungen außer Kontrolle. In späteren Stadien der Erkrankung zittern die
Hände, der Gang stockt und die Muskeln versteifen sich. Verschiedene
Medikamente können den Dopaminmangel ausgleichen und die Symptome lindern,
man bekommt sie in der Apotheke nur gegen ein ärztliches Rezept.
Keine Angst vor
starken Schmerzmitteln
Starke Schmerzen sind häufiger als vermutet. Unter ihnen leiden
beispielsweise viele Patienten mit einer Tumorerkrankung, und das nicht nur
in der Endphase. In der modernen Schmerzbehandlung spielen Medikamente eine
wichtige Rolle. Bei starken Schmerzen setzt der Arzt vor allem Morphin und
verwandte Wirkstoffe ein.
Einige von ihnen unterliegen dem Betäubungsmittelrecht, denn bei
missbräuchlicher (!) Anwendung können sie süchtig machen. Sie werden daher
auf einem speziellen Rezept verordnet, die Lagerung wird in der Apotheke
penibel überwacht. Nach Schätzungen bräuchten in Deutschland über eine halbe
Million Menschen diese Medikamente. Die in Deutschland jährlich verordnete
Morphinmenge reicht allenfalls für jeden fünften Schmerzpatienten aus. Zwar
werden heute mehr Betäubungsmittel verordnet als in der Vergangenheit, im
europäischen Vergleich aber immer noch zu wenig. Umgerechnet auf die
Einwohner wurden in Dänemark fast viermal, in Österreich mehr als doppelt so
viele Betäubungsmittel verordnet wie hierzulande. Es gibt mehrere Gründe,
warum stark wirksame Schmerzmitteln zu selten eingesetzt werden. Neben den
komplizierten Richtlinien für den Arzt sind es auch die Ängste der
Patienten, die eine angemessene Schmerzbehandlung verhindern. Einige
befürchten, abhängig zu werden. Diese Angst ist unbegründet, denn
therapeutisch werden die Schmerzmittel in kleinen Dosierungen nach einem
festen Zeitschema eingenommen. So bleibt der süchtig machende „Kick“ aus.
Viele Menschen verbinden Morphin mit Endstadium und Tod. Auch dies ist nicht
richtig, denn stark wirksame Schmerzmittel werden auch in der Frühphase
einer Tumorerkrankung oder bei Krebsunabhängigen Schmerzen eingesetzt. Diese
Medikamente umnebeln auch nicht die Sinne, sie verursachen keinen
Dämmerzustand. Im Gegenteil, bei einer richtigen Schmerzbehandlung ist sogar
Autofahren möglich. Jeder Patient hat einen Rechtsanspruch auf angemessene
Schmerzbehandlung. Daher sollten Menschen mit starken Schmerzen mit ihrem
Arzt reden.
Kopfschmerzmittel richtig dosieren
Wer gegen seine Kopfschmerzen Schmerzmitteln einnimmt, sollte diese
ausreichend hoch dosieren: 1000 Milligramm Acetylsalicylsäure oder 400
Milligramm Ibuprofen sind Mittel der ersten Wahl bei Kopfschmerzen vom
Spannungstyp oder bei Migräne. Diese Dosierungen sind höher als bisher
empfohlen.
Asthmatiker, Schwangere oder Menschen mit einem empfindlichen Magen sollten
zu Schmerzmitteln mit Paracetamol greifen. 1000 Milligramm Paracetamol sind
auch bei einer Migräne erste Wahl, bei Spannungskopfschmerzen allerdings nur
zweite. Bei Paracetamol sollte man auf keinen Fall die Tageshöchstdosis von
vier Gramm überschreiten, denn dann kann der Wirkstoff die Leber schädigen.
Auch Kombinationen der verschiedenen Wirkstoffe können sinnvoll sein.
Tabletten sind keine Bonbons: Kopfschmerzmittel können selbst Kopfschmerzen
auslösen. Der Apotheker rät davon ab, sie länger als drei Tage
hintereinander oder häufiger als zehn Mal pro Monat zu nehmen. Wer häufig
unter Kopfschmerzen leidet, sollte sich vom Arzt untersuchen lassen – und es
mit Ausdauersport und Entspannungstechniken versuchen.